Unsicherheit nutzen ohne Angst zu machen

Organisationen operieren heute in einer Umwelt, die sich immer schneller verän- dert und komplexer wird. Dadurch steigen die Möglichkeitsräume in denen Ent- scheidungen getroffen werden (müssen). Der archimedische Punkt, an dem der Entscheider sich ausrichten könnte fehlt. Otto Neurath formuliert dies so „Wie Schiffer sind wir, die ihr Schiff auf offener See umbauen müssen, ohne es jemals in einem Dock zerlegen und aus besten Bestandteilen neu errichten zu können.“ (Neurath 1981, S. 577).

Alles ist immer im Fluss und ist stets auch anders möglich. Diese Kontingenz bietet den Organisationen die Möglichkeit sich mehr und mehr zu differenzieren und zu entwickeln. Operieren am Rande des Chaos bietet die Möglichkeit für Innovationen und Differenzierung.

Mag der zunehmende Entscheidungsbedarf bzw. die zunehmende Unentscheid- barkeit eine Chance für Organisationen sein, an ihre Entscheider, den Menschen, stellt sie völlig neue Anforderungen.

Die Fähigkeit Kontexte zu abstrahieren und auf gelerntes Verhalten zurückzu- greifen sind basale Operationen unserer Psyche und zielen gerade darauf ab Kon- tingez zu reduzieren und z.B. in Gefahrensituationen schnell handeln zu können. In kontingenten Situation reagiert die Psyche mit Angst oder Neurosen.

Organisationen benötigen also die Kontingenz, während die menschliche Psyche sie als Störung empfindet, die es zu vermeiden gilt.

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, zu beschreiben, wie das psychische System auf Kontingenz reagiert. Zudem wird betrachtet, welche Strategien und Rahmenbe- dingungen hilfreich für den Umgang mit kontingenten Situationen sind.

Kontingenz_essay

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